Die Alpenpässe – Lebensadern des Bergdorfes Goms

Ich stelle mich dir in den Weg. Ich verändere die Sichtweise. Ich zwinge dich zum Richtungswechsel. Respektierst du mich, bleibst du in der Spur. Wenn nicht, kommst du kaum weiter. Bist du zu schnell, bin ich zu eng. Bist du zu langsam, langweile ich mich. Hier hinterlässt du deine Spuren. Fahr zu, ich bin die Serpentine.

Die Strasse über den Nufenenpass, mit 2478m ü. M. die höchstgelegene Passstrasse der Schweiz, wurde 1969 eröffnet. Viel älter sind die Strassen über den 2456 Meter hohen Furkapass (1865) oder die Grimsel (1895).

GROSSER AUFWAND FÜR DIE PASSRÄUMUNG

Damit Motorradfahrer, Automobilisten, Postautos und Fahrradfahrer sommers über die Pässe fahren können, ist einiges an Aufwand nötig. Um die Passstrassen nach der Wintersperre zu öffnen benötigen dutzende Fachleute mit schwerem Gerät rund drei bis vier Wochen. Zum Teil türmen sich die Schneemassen und Lawinenkegel bis zu zehn Meter hoch. Leitplanken und Signalisation werden im Herbst vollständig abgebaut und im Frühjahr neu installiert.

PÄSSE: VIELFÄLTIG BEZWINGBAR

Sind Sie Motorradfahrer, sind die Gommer Alpenpässe ein Paradies. Sie werden von den eng aufeinanderfolgenden Spitzkehren der Nufenenstrasse schwärmen. Sind Sie mit dem Fahrrad unterwegs, werden Sie sich vor allem an Wochenenden mit Hundertschaften von Fahrradfahrern über die Pässe stemmen und auf der Passhöhe den Sieg über sich selbst geniessen. Aber auch für diejenigen, welche es lieber gemütlicher nehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Postauto oder mit der Furka Dampfbahn.

EIN WENIG PASS-GESCHICHTE

Früher waren die Pässe wichtige Handelswege. Schon 1397 regelte ein Vertrag die Handelsverbindung nach Italien über Grimsel- und Griesspass. Darin verpflichteten sich auch die Gommer, Infrastruktur bereitzustellen und den freien Handel zu garantieren. Nach Italien (Markt von Domodossola) säumte man vor allem Käse und Schlachtvieh, später auch Tabak, Häute, Arzneien und Gerätschaften. In den Norden brachte man vor allem Wein, Reis, Spezereien (Gewürze), Öl und Eisenwaren. Im 18. Jahrhundert stellten die Gommer rund 45 Prozent der Säumer. Pro Jahr sollen rund 2500 Maultiere über Grimsel und Griesspass geführt worden sein. Mit dem Bau der Gotthard Eisenbahn 1885 verschwand das Säumerwesen. Heute sind die Gommer Alpenpässe auf jeden Fall lohnende Ausflugsziele.

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