Die Matterhorn-Gotthard Bahn – ein Teil des Bergdorfes Goms

Ich bringe dich sicher ans Ziel. Und das seit über 100 Jahren. Früher habe ich noch schwer geschnauft. Hab Dampfwolken ausgestossen und Funken geschlagen. Heute hörst du mich kaum kommen. Ich schleiche leise durch das Tal. Ich bringe Menschen zusammen. Ich schaffe Kontakte. Ich bringe zum Staunen. Und ich verbinde Kantone und Gletscher. Steig ein, ich bin die Lokomotive.

Die Matterhorn-Gotthard Bahn hat die Entwicklung des Bergdorfes Obergoms in den letzten hundert Jahren entscheidend geprägt. Wie würde das Tal heute aussehen, wenn es die Bahn nie gegeben hätte?

DIE BAHN ZUM BERGDORF

Die MGBahn von Zermatt über Brig ins Goms und bis nach Andermatt, Disentis und Göschenen ist eine Art Lebensader des Bergdorfes Goms. Die Fahrt mit der MG Bahn eröffnet leise Einblicke in die umwerfende Landschaft des Gommer Hochtales. Alle Dörfer sind mit der Bahn erschlossen und bilden damit einen in den Alpen einmaligen Verkehrsverbund. Sie ist, in Anlehnung an die Stadt(S)-Bahn die Bergdorf-Bahn. Neben der wintersicheren Erschliessung der Region machen auch verschiedene Angebote für Wanderer, Langläufer und Biker/Fahrradfahrer die Bahn zu einem unverzichtbaren Element des Bergdorfes Goms. Sie ist nicht nur Bahn, sie ist Attraktion. Wer schon einmal mit dem weltberühmten Glacier Express unterwegs war, weiss ganz genau, was gemeint ist.

EIN PAAR FAKTEN

Die gesamte Schmalspurstrecke (1 Meter Gleisabstand) der MGBahn ist heute 144 Kilometern lang. Sie führt durch 50 Tunnels und Galerien und über 126 Brücken. In 13 Zahnradabschnitten mit einer Gesamtlänge von 39,7 Kilometern überwindet die Bahn Steigungen bis zu 17,9% (Schöllenenschlucht). Die Matterhorn Gotthard Bahn beschäftigt heute rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dieses Team steuert insgesamt mehrere Millionen Fahrgäste.

BLICK IN DIE GESCHICHTE

1911 wurde mit dem Bau der Strecke Brig-Sedrun begonnen. 1914 wurde Brig-Gletsch feierlich eröffnet. Kriegswirren und Geldsorgen verzögerten den Ausbau der Strecke. Mit der Fertigstellung der Furkabergstrecke konnte 1926 schliesslich der Betrieb als Furka Oberalp Bahn (FO) zwischen Brig und Sedrun aufgenommen werden. Seit 1930 verkehrt auf dieser Strecke regelmässig der weltberühmte Glacier-Express zwischen Zermatt und St. Moritz.
1941 wurde infolge Kohleknappheit die gesamte Strecke elektrifiziert und der Oberalppass wurde vor allem aus militärischen Gründen wintersicher ausgebaut. 1982 erfolgte mit der Eröffnung des Furkatunnels ein weiterer Meilenstein der Bahn, die jetzt im Winter auf dem gesamten Streckennetz verkehren konnte. Zudem wurde der Autoverlad durch den Furkatunnel eingeführt.
2003 erfolgte der Zusammenschluss der FO Bahn mit der Brig Visp Zermatt Bahn (BVZ) unter dem neuen Namen Matterhorn Gotthard Bahn. Eigentümer sind die schweizerische Eidgenossenschaft, die Kantone und die BVZ Holding.

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